Landwirtschaft

Nischenproduktion: Cannabis Medizinal-Produkte

Die Zahl der Schweizer Bauernbetriebe ging in den letzten 10 Jahren von 61'764 auf 51'620 zurück. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Nutzfläche pro Betrieb von 17 auf 20 Hektaren. Während im Flachland die Betriebe tendenziell wachsen, sind die Bauernbetriebe in den Bergregionen in ihrer Entwicklung stark eingeschränkt. Anbauflächen in Bergregionen haben jedoch oft den Vorteil über eine besonders hohe Bodenqualität zu verfügen. Dieser Standortvorteil bietet den Bergbauernhöfen die Möglichkeit Produkte anzubauen, welche über eine besonders hohe Qualität zur Weiterverarbeitung verfügen müssen. An verschiedenen Orten werden deshalb Bergkräuter angebaut oder wie im Walliser Bergdorf Mund das kostbare Gewürz Safran. Der Erfolg von diversen Knospen-Labels deutet auch auf die Attraktivität und das Marktpotenzial solcher Produkte hin.

Betrachtet man die Entwicklung der Bauernbetrieben in der Schweiz, dann zeigt sich gerade bei kleineren Bauernbetrieben einigen Handlungsbedarf ab. Bei kleinen Bauernbetrieben, genauso wiebei den kleinen Gewerbe- und Handwerksbetrieben, sind innovative Produkte überlebenswichtig. Die Produktion von Cannabis für medizinische Zwecke, wie auch für den privaten Konsum, könnte für solche Kleinbetriebe eine Alternative darstellen. So liegt aktuell im Nationalrat eine entsprechende Motion vor, welche vom Bundesrat verlangt, dass für Cannabis künftig die gleichen Regeln gelten wie für hochprozentigen Alkohol. Doch dabei darf es nicht bleiben. Diese Produktion sollte in dem Sinne reguliert werden, dass Betriebe mit optimalen Voraussetzungen die Erlaubnis zum Anbau erhalten.

Die Cannabis-Produktion tritt langsam aus ihrem Schatten-Dasein heraus. Es ist wichtig, das Stigma des kriminellen Tatbestandes abzubauen. Cannabis ist schon seit langer Zeit ein Heilmittel, wie das die Bergkräuter auch sind. Dabei geht es hier nicht um die Legalisierung des Marihuana-Anbaus, sondern um die medizinisch wichtigen Wirkstoffe der Cannabisstaude. Dieses neue Geschäftsfeld könnte für Kleinbauern interessant sein. Sie sind oft schon heute auf die Bio-Produktion spezialisiert und besitzen entsprechendes Know-how. 

Schaut man sich die Entwicklung in den USA genauer an, könnte dieses Modell auch in der Schweiz Schule machen. Der Staat Washington rechnet fürs Steuerjahr 2017 mit zusätzlichen Einnahmen aus dem Cannabis-Verkauf von rund 315 Millionen Dollar, für die gesamte USA dürften sich zusätzliche Steuereinahmen von knapp 15 Milliarden Dollar bis 2021 ergeben.