Grundbildung und WEITERBILDUNGEN

Bildung ist der wichtigste "Rohstoff" den die Schweiz zur Verfügung hat, und glücklicherweise versiegt dieser nicht. Vorausgesetzt man geht sorgfältig und zukunftsorientiert mit dem Bildungssystem um.


Stärkung der Berufsmaturität

21. Mai 2018

Gesamtschweizerisch wurde die Berufsmaturität 1994 eingeführt mit dem Ziel, die Berufsausbildung aufzuwerten und die Bildungssysteme zu verbinden, der Übertritt in die höhere Berufsbildung an den Fach- und Fachhochschulen sowie in die Tertiärstufe (Universität) vereinheitlicht durchlässiger zu gestalten. Der Erfolg dieses neuen Modells liess nicht lange auf sich warten, im Jahr 2000 waren es 6'475 und 2010 bereits 12'249 Abschlüsse pro Jahr. Mit den sechs möglichen Fachrichtungen sind die wichtigsten Berufsbereiche abgedeckt. Die Berufsmaturität ist bereits heute eine Erfolgsgeschichte und trägt einen wichtigen Beitrag zum dualen Bildungssystem der Schweiz bei. Neben den volkswirtschaftlichen Vorteilen ist die Berufsmaturität besonders für KMU sehr interessant und eröffnet viele Möglichkeiten. So können zur beruflichen Ausbildung wichtige Kompetenzen wie Ökonomie, sowie Technik und Management erworben werden. Dies ist interessant für KMU im Bereich der Personalentwicklung und vor allem bei der Gewinnung von Führungskräften und Fachkräften mit spezialisiertem Finanz- und Ingenieurwesen.

Positionierung der Berufsmatur als Alternative zur gymnasialen Matur in den Städten

Gesamtschweizerisch lag 2010 die Berufsmatur-Quote bei knapp 13 Prozent, im Vergleich dazu lag die gymnasiale Maturitätsquote bei knapp 20 Prozent. Am tiefsten ist die Quote in den Kantonen Genf und Basel-Stadt (7.2 und 7.6 Prozent), die sich im Gegenzug durch überdurchschnittlich hohe gymnasiale Maturitätsquoten (27.5 und 28.8 Prozent) auszeichnen.

Die in den Städten hohe gymnasiale Maturitätsquote ist seit Jahren ein Thema und zum Teil auch als städtisches Phänomen erklärbar. Allerdings bietet die Maturität eine breite Vorbereitung auf die Fachrichtungen eines Studiums an einer Schweizer Universität. Eher gering ist der Nutzen bei einer anschliessenden Berufsausbildung. Oftmals ist es ausgesprochen schwierig, sich im jugendlichen Alter für eine berufliche Laufbahn zu entscheiden. Ebenfalls sind die Eltern über die Bildungsmöglichkeiten einer Berufsmatur ungenügend informiert. Hier sind die betreffenden Schulstufen gefordert, Eltern und Schüler ausreichend zu informieren, möglichst Hand in Hand mit Vertretern der KMU.

Neben einer guten Aus- und Weiterbildung fordern Arbeitgeber auch möglichst viel gesammelte Berufserfahrung. Eine zielgerichtete und aufbauende berufliche Ausbildung bringt definitiv mehr Vorteile für den Einzelnen und die KMU. Die KMU sind gefordert, ihre Anliegen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu vertreten und für ihren Berufsnachwuchs zu sorgen. KMU ohne Engagement in der beruflichen Aus- und Weiterbildung tragen mit ihrer Haltung zum viel zitierten Fachkräftemangelbei.

Das KMU Netzwerk setzt sich für die duale Bildung und der Aus- und Weiterbildung über die Wege der Berufsmatur ein, da gerade in den Bereichen Betriebswirtschaft, Finanzwirtschaft, der Technik, dem betrieblichen Management, der sozialen Arbeit und in den Bereichen der Naturwissenschaften undder Gesundheit auf beruflicher Erfahrung aufbauende, zielgerichtete Ausbildungen grosse Erfolgschancen haben.

Engagement und Unterstützung durch KMU

Viele kleinere und mittlere Unternehmen sind leider nicht bereit, fähigen Lernenden die notwendige Zeit einzuräumen, um berufsbegleitend die Berufsmatur absolvieren zu können. Sie fürchten sich vor zu hohen finanziellen Folgen. Als KMU Netzwerk fördern wir die Bereitschaft bei unseren Mitgliedern Lernenden die Berufsmatur zu ermöglichen. Die bereits seit längerem laufende Kampagne des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation zur Stärkung der Berufsausbildung (SBFI) ist definitiv zu begrüssen. Um KMU vermehrt dazu bewegen zu können, diese Investition in künftige Fachkräfte vorzunehmen, sollten durch Kantone und Bund Anreize geschaffen werden, mögliche betriebliche Risiken zu minimieren.

 

Stärkung der Berufsausbildung

21. Mai 2018

Aktuell werden die Weichen für die Zukunft der Berufsausbildung gestellt. Die Leitlinien zur Berufsbildung 2030 sind ein Grossprojekt: 700 Stakeholder prüfen derzeit den Entwurf. Während Bundesrat Johann Schneider-Ammann rund um dieWelt reist und für die Schweizer Berufsbildung wirbt, wird hierzulande von Verbänden um die künftige Ausrichtung des Erfolgsmodells gezankt.

Mission

  1. Die Berufsbildung ist ein zentraler Teil der Bildungslandschaft. Sie richtet sich nach den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts und der Gesellschaft. Das bedingt individuelle, flexible und durchlässige Bildungsmodelle.
  2. Die Berufsbildung antizipiert Entwicklungen und passt sich entsprechend an. 
  3. Ihre Absolventinnen und Absolventen halten mit Entwicklungen Schritt. Das bedingt zeitgemässe und kompetenzorientierte Bildungsinhalte.
  4. Die Partner Bund, Kantone und Organisationen der Verbände und Unternehmen tragen gemeinsam die Verantwortung für die Berufsbildung. Sie engagieren sich im Dialog für effiziente Strukturen und erstklassige Qualität. Das bedingt eine klare Zuordnung von Aufgaben, Verantwortung und Finanzierung.

Befasst man sich mit den Mechanismen desWerkplatzes Schweiz genauer, fällt auf, dass eine gemeinsame Strategie von Bund, Kantonen und Wirtschaftsverbänden fehlt. Dank dem bewährten und effizienten dualen Berufsbildungssystem hat die Schweiz ihre Konkurrenzfähigkeit in einer globalisierten Weltbewahren können. Dieses Erfolgsrezept haben längst auch andere entdeckt, so hat die Ex-US Botschafterin Suzi LeVine beschlossen, das Konzept der dualen Berufsbildung in ihrer Heimat aktiv zu bewerben. Natürlich mit grossen Erwartungen zur Lösung von Problemen wie zum Beispiel dem Fachkräftemangel oder dem Abbau der zum Teil hohen Arbeitslosenquote in den USA.

Heute stellen sich grundsätzliche Fragen:

  • Wie kommt es, dass in einem ebenfalls schwierigen wirtschaftlichen Umfeld die Berufsbildung stagniert und mit erheblichen Rekrutierungsproblemen zu kämpfen hat?
  • Ist es heute einfacher, durch die EU-Freizügigkeitsabkommen gut ausgebildetes Personal z.B. aus dem grenznahen Ausland zu rekrutieren statt selbst auszubilden?

Der Entwurf zum Leitbild der Berufsbildung hat in den Vernehmlassungen einen schweren Stand. Von einzelnen Organisationen wird das Leitbild als «sehr unbefriedigend, zu allgemein und wenig visionär» dargestellt. Das Gewerbe, die Unternehmen und auch die Bildungsverantwortlichen müssen die Attraktivität der Berufsausbildung fördern. Abzulehnen sind jegliche Abbaumassnahmen im Bereich der Berufsbildung. Die öffentliche Sensibilisierung für Berufsausbildungen von Seiten des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (BFI)und das vom Bundesrat am 27. April 2014 erarbeitete Massnahmenpaket zur Förderung der Berufsbildung sind zu unterstützen. So gibt es zum Beispiel seit dem 1. Januar 2018 finanzielle Entlastungen bei eidgenössischen Prüfungen von bis zu 50 Prozent. Das KMU Netzwerk engagiert sich für die Sensibilisierung der Anliegen der Berufsausbildung bei Parteien und KMU. Leider wird die Berufsbildung immer öfters gegenüber der akademischen Ausbildung benachteiligt.

 

KÜrzung der Kantonsbeiträge an überbetriebliche kurse

10. Mai 2016

Die vom Grossen Rat am 13. April 2016 angenommenen Kürzungen der Kantonsbeiträge für Überbetriebliche Kurse von Lernenden ist ein fatales Zeichen für die Berufsbildung im Kanton Basel-Stadt. Neben dem Unterricht in den Berufsschulen wird in den Überbetrieblichen Kursen grundlegendes Branchen- und Fachwissen vermittelt, welches für eine professionelle Berufsausübung unverzichtbar ist. Sparmassnahmen in der Bildung generieren längerfristig immer einen Nachteil für die Wirtschaft und die Gesellschaft und sind deshalb kategorisch abzulehnen. Die Höhe des nun somit jährlich eingesparten Betrages von CHF 53'000.00 ist absurd gering. Diese Differenz haben nun die Branchenverbände und Ausbildungsbetriebe direkt zu tragen.

Abstimmungsergebnis